Weihnachten ist die Zeit der großen Leckereien und eine Kaffeetafel ohne Stollen ist einfach nicht perfekt. Schon seit dem Mittelalter ist er in der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken.

Auf der weihnachtlichen Kaffeetafel dürfen Plätzchen und Stolle nicht fehlen

Der Stollen ist ein sogenanntes Gebildebrot – also ein Gebäck was eine symbolische Forma abbildet oder eine Figur darstellt wird. Mit seinem Überzug aus Puderzucker steht er für das in weiße Tücher gewickelte Christkind, dass in der Wiege liegt. Das Wort selbst leitet sich vom althochdeutschen Wort stollo ab, was soviel wie Pfosten oder Stütze bedeutet.

Der Stollen – ein reichhaltiges Hefegebäck, dass um Abschluss noch gebuttert und gezuckert wird

Die Herkunft des Stollens

Der erste Mal wurde ein Stollen in Naumburg 1329 urkundlich erwähnt. Bäcker lieferten zur Weihnachtszeit zwei lange Weizenstollen an Bischof Heinrich und seinen Hof.

Knapp einhundert Jahre später wurde das Weihnachtsgebäck 1427 am Sächsischen Hof dem König überreicht. Nach kirchlichen Vorschriften durfte der Stollen – in Dresden Striezel genannt – zunächst nur aus Mehl, Hefe, etwas Öl und Wasser gebacken werden. Da er zur Fastenzeit gebacken wurde, musste er ohne Butter und all die süßen Zutaten, wie Rosinen, Zitronat, Orangeat und Mandeln auskommen. Das machte den Stollen auch zu einem Politikum: 1450 erbaten die sächsischen Kurfürsten Ernst und Albrecht III. in einem Brief an Papst Nikolaus V. eine Lockerung der strengen Fastenbackvorschrift. Aber schon damals mahlten die Mühlen der Bürokratie langsam und erst 1491 wurde durch Papst Innocenz VIII. das Butterverbot im sogenannten „Butterbrief“ aufgehoben (Immerhin fünf Päpste später).

Angereichert wird der Teig mit Rosinen Orangat und Zitronat

So entstand in Dresden und Umgebung der Stollen, so wie wir ihn heute kennen, als ein schweres Hefegebäck mit Butter und allerlei Rosinen und anderen Trockenfrüchten.

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